Aufs Gleis gesetzt: Ende des Dieselbetriebs in Schwaben und im westlichen Oberbayern
Fischen/München, 15.01.2026Planungsvertrag für Elektrifizierungen und Akku-Ladestationen unterzeichnet
- 103 Kilometer Bahnstrecken werden elektrifiziert
- Umstellung von 24 Diesellinien auf klimafreundliche Antriebe
- Strecke Immenstadt – Oberstdorf wird umfassend ausgebaut
Die Umstellung auf einen dieselfreien Schienenpersonennahverkehr in Schwaben und im westlichen Oberbayern rückt näher. Der Freistaat hat heute die DB InfraGO AG mit der Planung des Infrastrukturausbaus beauftragt. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter: „Die Zukunft der Bahn in Bayern ist elektrisch! Auch in Schwaben und den angrenzenden Regionen Oberbayerns wollen wir den Dieselbetrieb bis 2040 beenden und alle Linien auf elektrischen Betrieb oder Akku-Züge umstellen. Hierfür müssen rund 100 Kilometer Schienenstrecken elektrifiziert und zwei Ladestationen neu gebaut werden. Der Freistaat geht freiwillig in Vorleistung und investiert rund 60 Millionen Euro in die Planungen.“
Ein 2025 vorgestelltes Gutachten hatte die nötigen Infrastrukturausbauten ermittelt: Die geplante Elektrifizierung von Neu-Ulm nach Kempten soll um weitere 41 Kilometer bis Oberstdorf verlängert werden, damit die Züge auf der gesamten Illertalbahn elektrisch fahren können. Davon profitiert auch der Fernverkehr. Auf zahlreichen weiteren Strecken sollen Akku-Züge fahren. Sie nutzen elektrifizierte Abschnitte und Ladestationen in Bahnhöfen, um ihren Akku aufzuladen. Dazu sollen folgende Strecken eine Oberleitung erhalten:
- Augsburg-Hochzoll – Obergriesbach
- Augsburg Hbf – Bobingen
- Buchloe – Biessenhofen
- Weilheim – Peißenberg
Ladestationen sollen in Füssen und Krumbach entstehen, ein Umrichterwerk zur Bahnstromversorgung in Immenstadt.
Zwischen Kempten und Oberstdorf werden jene Ausbaumaßnahmen mitgeplant, die ein Gutachten der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), des Landkreises Oberallgäu und der Stadt Kempten ermittelt hat. Die wichtigsten Maßnahmen entlang dieser Strecke sind
- die vollständige Elektrifizierung,
- eine Anhebung der Streckengeschwindigkeit,
- der Bau des neuen Haltepunkts Sonthofen-Rieden,
- ein zweigleisiger Ausbau zwischen Sonthofen und Sonthofen-Rieden,
- der Umbau des Bahnhofs Langenwang,
- die signaltechnische Teilung eines Bahnsteigs in Immenstadt
- die Verbesserung des Hochwasserschutzes in Immenstadt.
Für die Infrastrukturausbauten strebt der Freistaat eine Bundesförderung gemäß Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) an.
Bayerns DB-Konzernbevollmächtigter Heiko Büttner: „Wir erreichen nur dann unsere Klimaziele, wenn wir Güter und Menschen umweltfreundlich ans Ziel bringen. Genau das verspricht die Umstellung auf elektrischen Betrieb oder Akku-Züge. Mit dem Start der Planungen für den erforderlichen Infrastrukturausbau treiben wir gemeinsam mit dem Freistaat die klimafreundliche Verkehrswende auf der Schiene in Schwaben und im westlichen Oberbayern konsequent voran.“
„Die jetzt vereinbarten Maßnahmen sind für das Oberallgäu von großer Bedeutung und rücken nach Jahren intensiver Konzeptarbeit endlich in greifbare Nähe. Wir stehen kurz vor der Umsetzung wichtiger Verbesserungen im Schienenverkehr – und zugleich auf der Straße, denn der Landkreis Oberallgäu entwickelt auch den Busverkehr konsequent weiter und stimmt ihn gezielt auf die Bahn ab. Ich freue mich sehr, dass die enge Zusammenarbeit der Region mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft zu diesen guten Ergebnissen geführt hat“, so die Oberallgäuer Landrätin Indra Baier-Müller.
Sieben bisherige Diesellinien in Schwaben sollen auf vollelektrischen Betrieb umgestellt werden:
- RS 5 Ulm – Aalen
- RE 50 Ulm – Aalen
- RS 51 Ulm – Langenau
- RS 7 Ulm – Memmingen (– Buxheim)
- RS 71 Ulm – Weißenhorn
- RE 75 Ulm – Oberstdorf
- RB 83 Augsburg – Langenneufnach
Hierfür soll auch die Brenzbahn Ulm – Aalen elektrifiziert werden. Der entsprechende Planungsvertrag wurde im November 2025 unterzeichnet. Ferner wird die Staudenbahn von Gessertshausen nach Langenneufnach im Zuge ihrer Reaktivierung eine Oberleitung erhalten. Für das Vorhaben läuft bereits das Planfeststellungsverfahren.
Fünf bisherige Diesellinien in Schwaben und im westlichen Oberbayern sollen Mitte der 2030er Jahre auf Akku-Betrieb umgestellt werden, mit Einsatz eines barrierefreien, neuen Neigetechnik-Fahrzeugs:
- RE 7 Augsburg – Lindau
- RE 17 Augsburg – Oberstdorf
- RE 70 München – Lindau
- RE 76 München – Oberstdorf
- RE 79 Augsburg – Kempten
Zwölf bisherige Diesellinien in Schwaben und im westlichen Oberbayern sollen auf Akku-Betrieb mit konventionellen Fahrzeugen (ohne Neigetechnik) umgestellt werden. Die Umstellung soll in zwei Stufen erfolgen. Ab Mitte der 2030er Jahre sollen Akku-Züge auf den Linien mit geringem Anpassungsbedarf an der Infrastruktur fahren, Ende 2040 sollen die übrigen Linien folgen.
Stufe 1 (Mitte der 2030er Jahre)
- RB 14 Ingolstadt – Eichstätt Stadt
- RB 67 Augsburg – Weilheim
- RE 71 Augsburg – Memmingen
- RE 73 Augsburg – Bad Wörishofen
- RB 78 Günzburg – Mindelheim
Stufe 2 (voraussichtlich ab Dezember 2040)
- RB 13 Augsburg – Ingolstadt
- RB 67 Weilheim – Schongau
- RB 68 München – Füssen
- RB 69 Augsburg – Landsberg
- RB 73 Kempten – Pfronten-Steinach
- RB 77 Augsburg – Füssen
- RB 94 Kempten – Hergatz (– Lindau)
Das Bild zeigt Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter und DB-Konzernbevollmächtigten Heiko Büttner (sitzend vorne) sowie (hinten, von links nach rechts) CSU-Fraktionsvorsitzenden Klaus Holetschek, Thomas Kiechle, Oberbürgermeister der Stadt Kempten, Indra Baier-Müller, Landrätin des Landkreises Oberallgäu und Bruno Sauter, Erster Bürgermeister der Gemeinde Fischen i.Allgäu. (Quelle: StMB)
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